Luftdichtheit

Foto: ITK Krüll, Tabarz

Eine gute Luftdichtheit von Gebäuden erzielt mehrere Vorteile.

Zunächst ist es energiesparend, wenn permanente und somit ungewollte Lüftungsverluste vermieden werden und der Luftaustausch überwiegend dann stattfindet, wenn per Fensterlüftung oder lufttechnische Anlagen eine gesteuerte Lüftung vorgenommen wird.

Die Bedeutung einer guten Luftdichtheit geht aber noch viel weiter.

Es ist in der Fachwelt unumstritten, daß heute sehr viel mehr Bauschäden durch Konvektion (Luftdurchgang an undichten Bauteilen) als durch Diffusion (Feuchtedurchgang durch Bauteile) entstehen. Bei der Konvektion können durch undichte Luftdichtheitsebenen auf der Warmseite (Innenseite) erhebliche Luftmengen abströmen, dabei auf dem Weg nach außen  abkühlen und Kondensat bilden. Die so entstehenden Tauwassermengen können erhebliche Bauschäden verursachen.
Die kritischsten Bereiche sind dabei solche Zonen, in denen feuchteempfindliche Bauteile,
z. B. ein Dachstuhl, vorhanden sind. Eine gute Luftdichtheit bedeutet daher Energieeinsparung und Bautenschutz.


Die Luftdichtheit eines Gebäudes wird am besten mit einer Luftdichtheitsmessung festgestellt.
Dazu wird in eine Außentür eine Abdichtung mit einem integrierten, drehzahlgeregelten Ventilator eingebaut. Alle Fenster, Türen und sonstigen Öffnungen vom Gebäude sind zu verschließen. Mittels Ventilator kann dann je nach Anforderung ein Über- oder Unterdruck im Gebäude erzeugt werden. Die Druckdifferenz wird dann auf 50 Pascal (n50-Wert) eingestellt und durch den regelbaren Ventilator konstant gehalten. Die Luftwechselrate pro Stunde läßt sich so durch Division der geförderten Luftmenge, bezogen auf das Gebäudevolumen, ermitteln.

In der Energieeinsparverordnung (ENEV), § 6, Abs. 1 wird gefordert:
"Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist"
Wird hierbei eine Überprüfung der Anforderungen durchgeführt, dürfen lt. Anlage 4, Abs. 2 bei 50 Pa Druckdifferenz, bezogen auf das beheizte oder gekühlte Luftvolumen folgenden Luftwechselraten nicht überschritten werden:

- bei Gebäuden ohne raumlufttechnische Anlagen (Fensterlüftung)       3,0  h-1
- bei Gebäuden mit raumlufttechnischen Anlagen                               1,5  h-1

Bei Gebäuden, welche eine kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung besitzen, sind Luftwechselraten deutlich unter 1,0  h-1 anzustreben. Gut abgedichtete Passivhäuser erreichen übrigens Luftwechselraten bis zu 0,4 h-1.

Niedrige Luftwechselraten erfordern eine durchgängige Beachtung dieser Problematik, angefangen von der Planung, der Kontrolle und Dokumentation bei der Ausführung bis zu baubegleitenden Messungen. Messungen sind dann zweckmäßigerweise in der Bauphase vorzunehmen, bei der die innenseitige Luftdichtheitsebene (Putz) vorhanden ist, jedoch noch keine sonstigen Ausbauarbeiten (Verfliesung, Montage von Gipskartonwänden u.ä.) vorgenommen wurden. Die Zugänglichkeit zu möglichen Leckstellen sollte für evtl. notwendige Nachbesserungsarbeiten noch gegeben sein. Außerdem lassen sich in dieser Bauphase Leckstellen besser lokalisieren. 

Wie lassen sich Leckstellen bei noch zu hohen Luftwechselraten feststellen ?

- Nebelgenerator erzeugt Rauch, dieser tritt bei Überdruck aus, sichtbare
  Nebelschwaden
- Luftströmung (bei Unterdruck) zeigt bei entsprechender Temperaturdifferenz
  fühlbaren  Kaltlufteinfall, Strömungsgeschwindigkeit in m/s kann mit
  Thermoanemometer  gemessen werden
- Infrarotaufnahmen zeigen Undichtheiten im Temperaturbild

 

Infrarotaufnahme zur Luftdichtheit

Foto: ITK Krüll, Tabarz

Die Infrarotaufnahme zeigt den undichten Einbau von Wohndachfenstern.

Energieverluste, Tauwasserbildung und eine ungenügende thermische Behaglichkeit sind die Folge.

 

Die Unterlagen zum Thema wurden vom Büro Industrie- Thermografie Krüll gestellt. Wünschen Sie eine Kontaktaufnahme, geben Sie bitte im Hauptmenü Datenbankabfrage die Postleitzahl 99891 ein und markieren bei den Fachgebieten Luftdichtheit.